Betrunkene Eisenbahn - Istrien
Dabei handelt es sich um eine alte Eisenbahn, die heute zwar nicht mehr genutzt wird, aber dennoch ein beliebtes Ausflugsziel und ein begehrtes Motiv für Fotos ist. Die ehemalige Eisenbahn Pijana Pruga, die „betrunkene Eisenbahn“, befindet sich bei Labin, einer vom Bergbau und Steinkohle geprägten Stadt in Istrien.
Im Jahr 1951 wurde die Bahnverbindung zwischen Stalije und Bršica, den beiden Bahnhöfen der Kohlengrube Raša, gebaut und führt am Fuße des Učkain der Nähe von Kožljak vorbei. Auf dieser Bahnstrecke wurde über viele Jahre hinweg Kohle transportiert, bis letztendlich im Jahr 2009 der letzte Zug über die Gleise ratterte.
Anfang 2009 kam es bei km 21,4 zu einer Hangrutschung, die die Strecke unterbrach. Sie wurde daraufhin am 26. Dezember 2009 überwiegend stillgelegt.
Die Spuren der Zeit sind an dem mittlerweile ungenutzten Einbahnabschnitt nicht spurlos vorübergegangen. Die „betrunkene Eisenbahn“ macht ihrem Namen alle Ehre. Durch den Einbruch des Geländes sind die Schienen verbogen und scheinen zu schwanken. Es sieht beinahe so wie bei einigen Attraktionen im Vergnügungspark aus, so stark gebogen sind die Schienen an einigen Stellen.
Anfang Oktober 2019 unterzeichneten Vertreter der Kroatischen Eisenbahn (HZ) und des Hafens Rijeka eine Vereinbarung, die Strecke wieder in Betrieb zu nehmen. Die Betreibergesellschaft des Hafens Rijeka baut seit Juli 2019 den Hafen von Bršica aus und errichtet dabei auch die dort erforderliche Eisenbahninfrastruktur, die aber nur in Betrieb genommen werden kann, wenn die Bahnstrecke Lupoglav–Luka Bršica reaktiviert wird.
Um die ehemalige Eisenbahn Pijana Pruga zu besichtigen, bietet es sich an, das Auto in Zagrad nahe Kožljak bei der Kirche des Hl. Kreuzes abzustellen. Von dort aus führt ein Fußweg etwa fünfzehn Minuten Richtung Šušnjevica, wo sich dann bald der Abschnitt der „betrunkenen Eisenbahn“ befindet. Der Weg dorthin ist angenehm zu gehen. Umgeben von Salbeiduft führt er entlang der Schienen durch die reich bewachsene Natur.