Eier in der Tiefe

Wenn man sie sieht, sind sie häufig nur als Beifang in den Netzen der kroatischen Fischer zu sehen. Nur wenige Taucher haben sie bisher vor die Maske bekommen. Die Sprache ist vom Katzenhai, von denen es drei Arten vor Kroatien gibt. Die scheuen Jäger sind aber am besten Weg ebenfalls auf der Liste der bedrohten Tierarten zu landen. In der nördlichen Adria gibt es jetzt aber ein umfangreiches Projekt, das dem entgegenwirken möchte. 

Der Grazer Tauchlehrer Christian Kozmuth hat es sich zu Aufgabe gemacht, sich als Geburtshelfer bei Katzenhaien einen Namen zu machen. In Kooperation mit dem Aquarium in Pula setzt er mit seinem Team die Eier von Katzenhaien aus und lässt sie von einer angehenden Biologin beobachten und überwachen bis die jungen Haie schlüpfen. 

Die Mannschaft vom Tauchturm in Seiersberg übernahm vor drei Jahren die Tauchbasis Diving Rovinj auf der sogenannten Roten Insel, nur einen Katzenhaisprung entfernt vor Rovinj. 

Schon bald wurde erkannt, dass es den Katzenhaien nicht wirklich gut geht und dass es Zeit wurde, dagegen etwas zu tun. Im Aquarium von Pula werden bisher Eier vom Katzenhai, der seinen Namen übrigens den katzenähnlichen Augen verdankt, in Aquarien auf das Schlüpfen vorbereitet. Katzenhaie werden meist nicht mal einen Meter groß. Ihre Nahrung besteht aus kleineren Lebewesen wie Ringelwürmer (Röhrenwürmer), Krebstiere, Kopffüßer (z.B. Tintenfisch) sowie Stachelhäuter wie Seesterne. 

Nun werden die Eier in einem eigenen Transportbehälter bei 13° von Pula nach Rovinj transportiert. Die erste Lieferung bestand aus 60 Eiern des kleingefleckten Katzenhais. 

Währenddessen haben die Taucher der Basis in der Tiefe von 20 bis 25 Meter auf einer strömungsaktiven Stelle ein Seil gespannt. Die steirische Biologiestudentin Sarah Förster nimmt auf der Basis die Eier entgegen und befestigt vorsichtig eine Schnur an den Eiern. Eine Erkennungsmarke wird auch noch daran fixiert um die Eier identifizieren zu können. Als Schlussakt bringen die Taucher die Eier an der Schnur an, wo sie in aller Ruhe unter natürlichen Bedingungen reifen und die Mini-Haie schlüpfen können. 

Sarah wird die Eier mindestens zweimal pro Woche besuchen und die Fortschritte dokumentieren. Sobald es in Pula neue Eier gibt, werden diese wieder vor Rovinj angeliefert und an weiteren speziell ausgesuchten Orten auf das Leben vor Kroatien vorbereitet. Das Projekt ist bis September geplant und auf der Tauchbasis werden Exkursionen angeboten, wo das Wissen über Katzenhaie vertieft wird und mindestens drei Tauchgänge zu den Schlüpf Stationen geplant sind. Damit sollen Taucher auf die Wichtigkeit des maritimen Ökosystems hingewiesen werden.
Tatkräftig unterstützt wird das ganze Project von SHARKPROJECT AUSTRIA.

www.sharkproject.org
https://rovinj-diving.com/

Eier in der Transportbox

Schnüre werden an den Haieiern befestigt

Briefing vor dem Tauchgang

Sarah Förster - die Hai-Mama

Taucher beim Briefing

Die Mannschaft von Christian Kozmuth (4. v. r.)