Geheimnisvolles Krk

Sonnenhungrige Urlauber schätzen die Strände und das saubere Wasser, die Konobas mit ihren köstlichen Spezialitäten und den hervorragenden Weinen und das Freizeitangebot der Insel Krk in der Kvarner Bucht.

Wenige nehmen sich allerdings die Zeit um die Geheimnisse der Insel zu erforschen. Ich möchte hier ein paar dieser Geheimnisse lüften.......


Haludovo Palace Hotel in Malinska:

Der Hotelkomplex Haludovo mit 5 Sternen wurde 1971 von Bob Guccione, dem Besitzer des Penthouse Magazins, in Malinska erbautund bestand im Wesentlichen aus dem 5-Sterne-Hotel Palace, dem 4-Sterne-Hotel Tamaris und dem Fischerdorf (mehrere Bungalows und Restaurants direkt am Wasser). Zu der Anlage gehörten Tennisplätze, Minigolf, Kegelbahn, Discos  usw.

Der Hotelklompex entwickelte sich zu einem Zentrum für berühmte Gäste aus aller Welt. Selbst Staatsmänner, wie der damalige Staatspräsident des Irak Saddam Hussein (mit 250 Begleitern) und der schwedische Ministerpräsident Olof Palme, waren Gäste in dieser Anlage. Anlässlich des Besuches von Saddam Hussein, soll sogar der Swimmingpool mit Champagner gefüllt worden sein. Nach Angaben des früheren Direktors dieser Anlage, soll es in dieser Zeit Tage gegeben haben, in denen 100 kg Hummer, 5 kg Kaviar und hunderte von Flaschen Champagner und Whisky verbraucht worden sind.

Mit der Zeit ließ aber der Zustrom von zahlungskräftigen Gästen nach und die Anlage hat sich zu einem Zentrum für Massentourismus entwickelt. Diese Entwicklung setzte sich bis in die Jahre 1991/1992 fort und der Hotelkomplex wurde während des Krieges als Flüchtlingslager benutzt. Danach hat der kroatische Staat die Anlage an einen ausländischen Investor verkauft, der es wieder in eine 5 Sterne Resort verwandeln wollte. Scheinbar handelte es sich aber nur um einen Spekulaten und so verfällt das Hotel seit 2002 nach einem Totalausverkauf (und Plünderungen) des Mobiliars mehr und mehr...

Heutzutage kann man den Verfall und etwas der damaligen Pracht besichtigen. Dies ist allerdings verboten und nicht ungefährlich, da durch Randalierer fast keine Glasscheibe mehr heil ist.....


DAS VERLASSENE DORF DOLOVA:

Zwischen Kras und Dobrinj liegt das verlassene Dorf Dolova, das erstmalig im Jahr 1780 erwähnt wird. Bei der Volkszählung im Jahr 1910 lebten 53 Einwohner in Dolova und 1921 nur noch 14. Die letzten 4 Einwohner lebten noch 1971 in dem Dorf, das zwei Quellen in unmittelbarer Nähe hat. Seitdem gilt der kleine Ort als verlassen. 


Die Tafel von baska:

Der Pfarrer Petar Dorcic aus Jurandvor entdeckte 1851 auf einer vermeintlichen Grabplatte im Boden der ehemaligen Kirche St. Lucia einen auf 13 Zeilen verfassten Text in glagolitischen Schriftzeichen (ursprüngliche Kroatische Schrift).

Erst viele Jahre später (1875) konnte der Text entziffert und übersetzt werden. Es handelt sich um eine Schenkungsurkunde des kroatischen Königs Zvonimir (1075 - 1089). Darin schenkte er dem Benediktiner Kloster Land. 

Interessant ist am Turm der Kirche St. Lucia die Steintafel mit dem kroatischen Schachbrettwappen. Dieses ist in der ursprüngliche  Größe der Felder von 8x8 cm, wobei die moderne gültige Version nur noch eine Größe von 5x5cm aufweist.


Tropfsteinhöhle Biserujka:

Biserujka bedeutet Schatz- oder Perlenhöhle. Sie ist 110 m lang und nur 12 m unter der Erdoberfläche liegende Tropfsteinhöhle in unmittelbarer Nähe der kleinen Ortschaft Rudine. Die Höhle liegt etwa 300 Meter ausserhalb in einer kargen Macchia-Landschaft in der es eine Menge Dolinen gibt.

Vor mehr als 100 Jahren wurde die Höhle mit ihren drei Sälen entdeckt und ist heute im Zuge von Führungen zu besichtigen.

Die Temperatur in der Höhle beträgt zwischen 13 und 15 Grad. In heißen Sommermonaten und infolge häufiger Öffnungen kann sie auch darüber liegen.

Die tiefste Stelle der Höhle befindet sich 53 m über dem Meeresspiegel.

Ein Teil der Stalaktiten ist durch souvenirsuchende Besucher beschädigt. Stellenweise sind die Wände verrußt, da die Höhle früher mit Fackeln ausgeleuchtet wurde.


Tunera bei Silo:

Tuneren sind Aussichtsplattformen aus Holz, die über eine Leiter bestiegen wurden. Sie dienten schon zur Zeit der Phönizier in der gleichen Bauart den Fischern um Thunfischschwärme zu entdecken. Der letzte auf der Insel Krk befindet sich in Punta Silo.


Vergessener Fährhafen Voz:

Bevor die mautpflichtige Brücke die Insel Krk mit dem Festland verband, konnte man nur mir Hilfe von Fähren übersetzen. Einer dieser Fährhäfen befand sich in Voz, wo die Entfernung zum Festland am geringsten ist (600m). Vor Inbetriebnahme der Brücke mussten sich Autofahrer oftmals mehrere Stunden anstellen um eine Platz auf der Fähre zu bekommen. Jetzt gibt es dort eine riesige Baustelle - Gerüchten zufolge soll hier eine neue Brücke entstehen, da die bisherige aufgrund ihrer Lage bei Sturm immer wieder für den Verkehr gesperrt werden muss.


Ruinen von Fulfinum und Basilika aus dem 5. Jahrhundert

In der Nähe von Omisalj gibt es neben einem riesigen Tanklager für den nahegelegenen Flughafen auch interessante Ruinen zu bestaunen.

Zum Einen handelt es sich um die Reste von Mirine, einer vorchristlichen Basilika aus dem 5. Jahrhundert. Sie dürfte eine der größten im gesamten Mittelmeerraum sein. 

In unmittelbarer Nähe davon befinden sie die Überreste der vor allem von Veteranen bewohnten römischen Siedlung Fulfinum. Den Bewohnern standen alle Errungenschaften der römischen Zivilisation zur Verfügung. So erkennt man noch heute die Grundmauern des Hauptplatzes mit Forum, die Wasserleitungen, Badeanlagen mit Thermen und Wohnhäuser die in Reihen errichtet wurden. Der Großteil von Fulfinum liegt allerdings in der Sepen-Bucht unter der Wasseroberfläche, da der Wasserspiegel zur Zeit der Römer um einiges tiefer lag als heute.